Artikel in HKM 4-6/2026:

Kleine Höhlen im Granit südlich der Donau (Teilgruppe 1874)

von Walter Fischer und Thomas Gundacker

Aufgrund eines Hinweises von Eckart Herrmann auf einen im Strudengau am Donauradweg gelegenen Felsturm mit Durchgangshöhle, unternahmen Walter Fischer und die Familie Gundacker im Frühjahr 2021 eine Wanderung zum "Fensterlstein" genannten Gebilde, um das Objekt höhlenkundlich zu untersuchen. Die Felsbildung wurde unter der Bezeichnung "Granitblock Fensterlstein" im Jahr 1960 zum Naturdenkmal erklärt und wird unter der Nummer AM-049 als Geotop geführt (siehe Wessely, 2006). Im Anschluss an die Vermessung des Fensterlsteins wurde auch der oberhalb gelegene, felsdurchsetzte Waldhang begangen, wobei zwei weitere kleine Überdeckungshöhlen im Granit aufgefunden und bearbeitet werden konnten.

Zustieg: Dem Donauradweg (Fahrverbot für Kfz) am Südufer der Donau von der Siedlung Hößgang im Westen bzw. der Ortschaft Freyenstein im Osten etwa 3 km weit folgend, erreicht man gegenüber der am nördlichen Ufer der Donau gelegenen Ortschaft Sarmingstein, die hangseitig direkt neben der Straße liegende Felsformation "Fensterlstein" mit der darin befindlichen Durchgangshöhle (1874/7). Die westseitige Öffnung ist durch kurzen Steilaufstieg im Waldhang leicht zugänglich. Steigt man den Waldhang, einen Karrenweg überquerend, 100 Höhenmeter weiter auf, kommt man etwas östlich der felsigen Kammlinie zu niederen Felsbildungen, in denen sich die Einstiege der Oberen-Wend-Rutsche (1874/8) befinden. Im steilen Waldhang weitere 30 Höhenmeter oberhalb, befinden sich bedeutende Felsbildungen, die sogenannte "Schwarze Wand", die über markierte Wanderwege auch von oberhalb erreicht werden kann. In einem Felswinkel 30 m westlich der Kammlinie öffnet sich 2 m über dem Wandfuß die Schwarze-Wand-Spalte (1874/9).

Fensterlstein (1874/7 a, b)
Basisdaten: L 5 m, H +3,5 m, HE 7 m, Sh 235 m, ÖK4321 bzw. ÖK53.
Lage: Auf der orographisch rechten Seite der Donau, gegenüber Sarmingstein.
Beschreibung: Zwischen einem Felspfeiler und einem darauf lagernden Granitblock befindet sich eine Durchgangshöhle mit beidseitig weit ausladenden Trauflinien. Die Öffnungen liegen gut 5 m über dem Fuß des Granitpfeilers, wobei der westliche Einstieg (a) einfach, der östliche (b) hingegen nur in Kletterei erreichbar ist. In der Höhle ist ein Geocache versteckt (GC53C2A).
Vermessung: Die Vermessung erfolgte am